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Union Investment mit moderat offensiver Risikoausrichtung

UIC bestätigt Aktienübergewicht

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Risikoausrichtung moderat offensiv, RoRo-Meter weiterhin auf 4

RoRo-Meter bleibt auf 4

Das Union Investment Committee (UIC) schätzt das Umfeld weiter als positiv ein und sieht gute Startbedingungen für das Börsenjahr 2020. Daher hat das Gremium die Risikoausrichtung (RoRo-Meter) von Stufe 4 bestätigt. Auch das Aktienübergewicht wurde beibehalten, allerdings breiter aufgestellt. Konkret nimmt das UIC Aktien aus den Emerging Markets (EM) auf Übergewichten. Im Gegenzug wurde der Long auf die Developed Markets (DM) reduziert. Zudem schließt das Gremium das Untergewicht auf Hochzinsanleihen durch ein Abschmelzen bei Investment-Grade-Bonds. Auf der Rohstoffseite wurde ein Übergewicht bei Industriemetallen eröffnet.

Ausschlaggebend war das Eintreten der Beruhigung bei Handelsstreit und Brexit. Mit dem „Phase 1“-Deal zwischen den USA und China stehen die Zeichen auf Entspannung, obwohl die Einigung nicht überbewertet werden sollte. Auch beim Brexit gilt, wenn die Unsicherheit über die Handelsbeziehungen bleibt, so fällt mit dem Wahlsieg Johnsons ein „harter Brexit“ als Randrisiko weg. Dieser Rückgang von Randrisiken überwiegt aus Sicht des UICs sowohl die eher schwachen Konjunkturdaten als auch die ersten Warnsignale bei Sentiment und Positionierung.

Konjunkturumfeld weiterhin schwach

Die Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung haben sich zuletzt nicht erfüllt. Nach wie vor zeigt insbesondere der Industriesektor eine tiefe Schwäche. Die jüngsten Einkaufsmanagerindizes zeigen sowohl für die USA als auch für Europa weiter sinkende Werte für das verarbeitende Gewerbe. Vor allem der europäische Indikator gibt mit einem deutlichen Rückgang von 46,9 auf 45,9 Punkte im Dezember Anlass zur Sorge. Immerhin: Die stabilen Werte für den Dienstleistungsbereich zeigen, dass die Schwäche bislang auf die Industrie beschränkt bleibt und sich im Jahresverlauf wieder legt. Das UIC rechnet damit, dass sich daran 2020 nichts ändert. Im Ergebnis sollte das Wachstum daher zwar abnehmen. Eine Rezession wird allerdings in keiner der großen Wirtschaftsregionen erwartet.

Die Teileinigung auf einen „Phase 1“-Deal dürfte dabei perspektivisch die Unsicherheit etwas verringern und die Belebung im Jahresverlauf unterstützen. Als Anzeichen für eine grundlegende Beilegung des Konflikts und damit verbunden einer Auflösung der realwirtschaftlichen Verspannungen taugt die Einigung aber nicht. Zur Einordnung: Die von US-Präsident nun zurückgenommenen Zölle belaufen sich auf rund 8 Prozent des seit 2017 erlassenen Volumens.

Charts des Monats: Nach „Phase 1“-Deal bleiben Zölle weitgehend in Kraft

Handelserholung im Rahmen des Handelskriegsszenarios
Charts des Monats: Nach „Phase 1“-Deal bleiben Zölle weitgehend in Kraft
Quellen: Union Investment, Macrobond; Stand: 17. Dezember 2019

Geldpolitik: Lagarde übernimmt

Substanzielle Neuigkeiten waren zuletzt von Seiten der Geldpolitik nicht zu vernehmen. Weder die US-Notenbank Fed noch die Europäische Zentralbank (EZB) oder eine andere der großen, tonangebenden Institutionen hat im Dezember ihre Ausrichtung modifiziert. Völlig ereignislos war der Monat trotzdem nicht. In Frankfurt leitete Christine Lagarde ihre erste geldpolitische Sitzung als EZB-Chefin. Eine Änderung der Grundausrichtung steht zwar nicht zu erwarten. Hier hat ihr Vorgänger Mario Draghi die Weichen weit ins nächste Jahr gestellt. Zudem ist der Einfluss der Geldpolitik auf die Wirtschaft nach vielen ultralockeren Jahren geschrumpft. Impulse wird sie trotzdem geben: Zum einen sucht die Draghi-Nachfolgerin stärker den Konsens innerhalb und außerhalb der EZB. Zum anderen setzt sie mit der Hervorhebung des Klimawandels und der sozialen Ungleichheit neue inhaltliche Schwerpunkte, die auch Gegenstand der Überarbeitung der EZB-Strategie 2020 sein dürften.

In den USA unterstrich die Fed erneut, weitere geldpolitische Schritte von der konjunkturellen Entwicklung abhängig zu machen. Vor diesem Hintergrund bleibt das UIC bei seiner Einschätzung, dass die US-Notenbanker bei fortgesetzter Wachstumsabschwächung in der amerikanischen Volkswirtschaft mit zwei weiteren Zinssenkungen reagieren dürfte. Je resilienter sich die US-Konjunktur zeigt, umso unwahrscheinlicher würden jedoch entsprechende Maßnahmen.

Positionierung innerhalb der Asset-Klassen

 

Unternehmensanleihen breiter aufgestellt

Die Suche nach Rendite und die Käufe der EZB führen in der Breite zu sinkenden Risikoaufschlägen bei allen Spreadsegmenten. US-Unternehmen haben erkannt, dass sie sich durch die hohe Nachfrage und die niedrigen Zinsen deutlich günstiger im Euroraum verschulden können als am Heimatmarkt und emittierten Euro-Anleihen in Rekordvolumen. In diesem Umfeld stellen wir uns bei Unternehmensanleihen weniger prononciert auf als bislang. Die Nachfrage nach beiden Segmenten dürfte im Januar weiter hoch sein. Trotz der abnehmenden Risikoaversion halten sich die sicheren Häfen noch stabil, sind aber absolut gesehen nicht attraktiv.

Übergewicht auf Industrieländer- und EM-Aktien verteilt

Die zentralen Treiber der Aktienmärkte sind die Gewinnentwicklung und das globale Wachstum. Das Gewinnbild bei den Unternehmen ist weiterhin überwiegend solide, die Erwartungen für das vierte Quartal sollten erreichbar sein. Die relative Gewinndynamik zwischen den Emerging Markets (EM) und den Industrieländern hat sich in den letzten Wochen stabilisiert. Die (geo)politischen Unsicherheiten bezüglich Handelskonflikt und Brexit haben sich durch den Phase 1-Deal und den deutlichen Wahlsieg von Johnsons Konservativen verringert. Trotz der bereits positiven Investorenstimmung und den erhöhten Bewertungen ist eine Fortsetzung des Anstiegs wahrscheinlich.

Industriemetalle leicht übergewichtet

Die OPEC hat mit ihren Produktionskürzungen überrascht. Für das erste Halbjahr 2020 verringert sich nun zwar der Marktüberschuss, die saisonale Nachfrage nach Energierohstoffen bleibt aber schwach. Hohe Lagerbestände bei einigen Destillaten sprechen ebenfalls gegen eine Positionierung. Industriemetalle weisen hingegen deutlich bessere Perspektiven auf. Im historischen Vergleich befinden sich die Vorräte auf einem sehr niedrigen Niveau, was auch daran liegt, dass in China Produktionsstätten geschlossen wurden. Schon kleine Impulse aus dem Reich der Mitte dürften die Notierungen stützen. Das UIC sieht hier ein asymmetrisches Chance-/Risikoverhältnis.

Keine Positionsänderung bei Währungen

Mit Boris Johnsons Verhandlungsplänen würde sich die Phase der Brexit-Unsicherheit für die Unternehmen verkürzen. Auf der anderen Seite kann diese herausfordernde Zeitachse auch ein Indiz für harte Verhandlungen mit der EU sein. Das UIC bleibt bezüglich des Pfund Sterling an der Seitenlinie. Gleiches gilt für das Währungspaar Euro/US-Dollar. Ein freundliches Marktumfeld spricht für eine feste Gemeinschaftswährung. Die verstärkte Emissionstätigkeit vieler US-Firmen am Euro-Rentenmarkt sorgt über die damit verbundene Währungsabsicherung jedoch für eine stetige Nachfrage nach dem Greenback.

Volatiler Monat für Wandelanleihen

Mit der Korrektur der Aktienmärkte Anfang Dezember hat auch die Volatilität der globalen Wandelanleihen zugenommen. Alle Regionen bis auf Europa konnten sich jedoch schnell wieder erholen, sodass die Aktienmarktsensitivität auf etwa 50 Prozent gestiegen ist. Die Bewertung der globalen Wandelanleihen ist etwas angestiegen und liegt weiter im fairen Bereich. In den letzten vier Wochen gab es im Vergleich zu den vorherigen Schlussquartalen weniger Neuemissionen.

Unsere Positionierung

Außerordentliche Positionsänderung vom 17.01.2020

Außerordentliche Positionsänderung vom 17.01.2020

Das Übergewicht in Industriemetallen wurde unter Gewinnmitnahme geschlossen und damit auch die Rohstoffquote auf eine neutrale Gewichtung reduziert. Im Gegenzug wurde eine kleine Kasseposition eröffnet.

Stand aller Informationen und Darstellungen:
17. Dezember 2019, soweit nicht anders angegeben.

Neues von den Märkten: Januar

Neues von den Märkten: Januar

Konjunktur, Wachstum, Inflation und Geldpolitik – der Monatsbericht „Neues von den Märkten“ informiert Sie über aktuelle Entwicklungen und macht Sie mit unseren Einschätzungen vertraut. Erhalten Sie zudem einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen.
(Stand: 19. November 2019)