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Neues von den Märkten

Erhalten Sie im Monatsbericht "Neues von den Märkten" einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen. Ergänzt wird der Monatsbericht durch aktuelle Kapitalmarktprognosen.

Marktmeinung

Union Investment bestätigt moderat offensive Risiko-Ausrichtung

Positionierung moderat offensiv, RoRo-Meter weiter auf 4

RoRo-Meter

Die Liste von Ereignissen mit potenzieller Kapitalmarktrelevanz in den kommenden Wochen ist lang: Donald Trumps Erklärung zur Unternehmenssteuerreform, der Brexit-Antrag nach Artikel 50 des EU-Vertrags, die Wahlen in den Niederlanden und schließlich in Frankreich sowie die kommende Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), bei der einige Volkswirte mit einem nächsten Zinsschritt rechnen. Angesichts dieser möglicherweise aufkommenden Störfeuer ist das Gros der Investoren derzeit allerdings ausgesprochen positiv gestimmt. Vor allem an den Aktienmärkten klettern viele Indizes von einer Rekordmarke zur Nächsten. Das Union Investment Committee (UIC) rechnet vorerst mit einer Fortsetzung dieser konstruktiven Stimmung und hat auf seiner regulären Sitzung am 20. und 21. Februar daher seine moderat offensive Risikoausrichtung (RoRo-Meter Stufe 4) bestätigt.1

Marktumfeld: Synchroner weltwirtschaftlicher Aufschwung

Die nunmehr schon seit mehreren Wochen währende freundliche Börsenstimmung fußt in erster Linie auf der robusten Entwicklung der globalen Konjunktur und der Aussicht, dass es erstmals seit Jahren wieder zu einem synchronen Anziehen des Weltwirtschaftswachstums kommen dürfte. In den USA stützt überdies die Erwartung fiskalpolitischer Maßnahmen durch die neue US-Administration um Donald Trump. Im Euroraum hat sich die fundamentale Situation auf breiter Basis verbessert. Vor allem Frühindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes bestätigen das positive Konjunkturbild. Zwar dürfte sich der Trend in dieser Dynamik wohl kaum dauerhaft fortsetzen. Allerdings bewegt sich das Wachstumsmomentum im Fall eines leichten Abflauens immer noch auf erfreulichem Niveau.

Teuerung zieht an

Die Inflationsraten sind sowohl in den USA als auch in Europa zuletzt gestiegen. Die Entwicklung war aufgrund der Basiseffekte aus dem Ölpreis 2016 erwartet worden. In den kommenden Monaten werden diese statistischen Effekte nach und nach auslaufen, mit einem aus dieser Richtung kommenden Einfluss auf die Teuerungsraten ist daher nicht mehr zu rechnen. Vor allem in der Eurozone sind keine signifikanten Triebkräfte auszumachen, die auf kurze Sicht zu weiter anziehenden Preissteigerungsraten führen dürften. Dennoch scheinen einige Marktteilnehmer eine Fortsetzung des Trends nicht auszuschließen, wie die Entwicklung der Inflationserwartungen zeigt.
Vonseiten der Notenbanken gab es in den zurückliegenden Wochen kaum neue Nachrichten. Union Investment erwartet für das Jahr 2017 nach wie vor zwei bis maximal drei weitere Leitzinserhöhungen in den USA. Einige Marktteilnehmer rechnen mit einem Zinsschritt bereits auf der nächsten Sitzung im März, obwohl die Fed weder aufgrund der Inflations- noch aufgrund der Lohnentwicklung besonderen Zeitdruck verspürt. Nach den jüngsten Statements einiger Fed-Mitglieder und vor dem Hintergrund des nach wie vor unsicheren wirtschaftspolitischen Kurses der neuen US-Regierung erachtet Union Investment einen solchen Schritt im März aber eher als unwahrscheinlich. Im Basisszenario sollte die nächste Zinserhöhung erst im Juni 2017 erfolgen.

Charts des Monats: Ölmarkt auf dem Weg ins Defizit, positive Konjunkturdynamik in den Industrieländern setzt sich fort

Entwicklung von Angebot und Nachfrage am Ölmarkt und Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe im Zeitverlauf
Charts des Monats 21.02.2017
Quelle: Bloomberg, IEA, Union Investment; Stand: 21. Februar 2017.

Asset-Klassen: Gewichtung von Rohstoffen erhöht

An den Rentenmärkten ist der Reflationierungs-Trade, der unmittelbar nach der US-Wahl einsetzte, vorerst zum Erliegen gekommen. Dennoch rechnet Union Investment auf mittlere Sicht mit einem moderaten Anstieg der Renditen (US-Treasuries: 2,8 Prozent, Bundesanleihen: 0,8 Prozent per Ende 2017). Die Risikoaufschläge von Peripherieanleihen haben sich nach dem turbulenten Jahresbeginn etwas stabilisiert. Entwarnung darf man gleichwohl nicht geben, denn die politischen Risiken sind vielschichtig. Unternehmensanleihen dürften nach vorne gerichtet vom robusten konjunkturellen Umfeld profitieren. Euro-Papiere werden von den Käufen der Europäischen Zentralbank unterstützt.

Die US-Aktienmärkte haben ihre mit der US-Wahl begonnene Rally im laufenden Jahr fortgesetzt. Seit Februar haben sich auch europäische Aktien der Bewegung angeschlossen. Erstmals seit fünf Jahren wurden die Gewinnerwartungen auf globaler Ebene nicht nach unten korrigiert. Die prognostizierten Gewinnzuwächse verharrten zum Jahresbeginn auf einem hohen Niveau von durchschnittlich 12,6 Prozent. Positiv sind vor allem die Verbesserungen für Banken und andere Finanzdienstleistungskonzerne hervorzuheben. Nach vorne gerichtet sind die Steuerpläne der neuen US-Regierung von hoher Bedeutung für den Unternehmenssektor. In der Diskussion ist ein Übergang vom aktuellen System zu einer „Cash-flow-Besteuerung“ – mit ergänzenden Regeln für Importe und Exporte („border adjustment“). Erste Details könnte US-Präsident Trump am kommenden Dienstag bei einer gemeinsamen Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus bekannt geben.

Bislang setzen die OPEC-Staaten und weitere Förderländer ihre im November 2016 beschlossene Produktionsbegrenzung tatsächlich um. Entsprechend stabil entwickelte sich der Ölpreis, der bei etwa 55 US-Dollar notiert. Union Investment erwartet bereits auf kurze Sicht, dass die Nachfrage das Angebot am Ölmarkt übersteigen wird. Ein Überschießen des Ölpreises ist aber unwahrscheinlich. Denn zum einen weisen viele Öllager – vor allem in den USA – nach wie vor hohe Bestände aus. Zum anderen dürften einige Nicht-OPEC-Produzenten (zum Beispiel die US-Schieferölindustrie) kurzfristig mehr fördern. Das Preisniveau sollte sich auf mittlere Sicht daher zwischen 55 und 60 US-Dollar einpendeln. Der jüngste Preisanstieg bei Gold ist im Wesentlichen auf die Unsicherheit zurückzuführen, die der Aktionismus der neuen US-Regierung, die politischen Risiken in Europa und Medienberichte über steigende Inflationsraten hervorrufen.

Viele Argumente sprechen für einen stärkeren US-Dollar: das wachsende Zinsdifferenzial zwischen den USA und Europa, die Steuerpläne der US-Regierung und die Diskussionen um die Repatriierung der im Ausland geparkten US-Gewinne. Dennoch schwächte sich der Greenback zum Jahresanfang gegenüber dem Euro ab. Seit Anfang Februar bewegt sich das Währungspaar aber wieder in Richtung der Parität. Das UIC rechnet damit, dass sich dieser Trend – wenn auch nur moderat – fortsetzen wird. Denn bis zur Präsidentschaftswahl in Frankreich spricht das politische Risiko in der „Alten Welt“ gegen den Euro.

Globale Wandelanleihen bleiben aufgrund der Kombination aus fairer Bewertung und attraktivem Chance-Risiko-Verhältnis hinsichtlich der Aktienpartizipation aussichtsreich. Die freundliche Entwicklung im Februar war in erster Linie auf den positiven Trend globaler Aktien zurückzuführen. Vor allem Technologie-Titel aus den USA entwickelten sich freundlich. Einzig Japan konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Das leicht steigende Bewertungsniveau stützte die Wertentwicklung ebenfalls. Die durchschnittlich erwartete Aktiensensitivität des Marktes liegt aktuell im ausgewogenen Bereich bei leicht über 50 Prozent.

Trotz leichtem Renditeanstieg bleiben die Perspektiven am Geldmarkt für Investoren unattraktiv.

Unsere Positionierung

Stand: 21. Februar 2017
Stand: 21. Februar 2017
  1. 1 Erläuterung: Zur Festlegung der Anlagestrategie wird zunächst das Marktumfeld genau analysiert. Das Ergebnis schlägt sich in einer Risikoeinschätzung nieder. Dazu formuliert das Union Investment Committee eine Risk-on- / Risk-off-Entscheidung in fünf Stufen (1, 2, 3, 4, 5). Diese ist wie folgt zu interpretieren: Eine „5“ steht für eine hohe Risikoneigung, eine „1“ für einen weitgehenden Rückzug aus Risikoanlagen.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen:
21. Februar 2017, soweit nicht anders angegeben.