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Außerordentliche Sitzung des Union Investment Committee

Risikoausrichtung nur noch moderat defensiv

Risikoausrichtung moderat defensiv, RoRo-Meter jetzt auf 2

RoRo-Meter auf 3 auf 2

Das Union Investment Committee (UIC) hat sich am 3. Juni zu einer außerordentlichen Sitzung getroffen. Vor dem Hintergrund einer weiteren Verschärfung des Handelsstreits und sich bereits wieder abschwächender Frühindikatoren wurde die Risikoausrichtung auf die RoRo-Meter-Stufe 2 reduziert und das UIC-Portfolio defensiver ausgerichtet.

Auf der Aktienseite senkte das Gremium das Gewicht von Werten aus den Industrieländern um 2,5 Prozentpunkte, sodass der gesamte Aktienbereich nun um fünf Prozentpunkte untergewichtet ist. Im Bereich der Rohstoffe wurde das Übergewicht in Energie – und damit auch die Rohstoffanlagen insgesamt – neutralisiert (-1 Prozentpunkt). Bei den Anleihen wurde das Übergewicht in Staatsanleihen aus den Schwellenländern abgebaut (-2,5 Prozentpunkte) und das leichte Untergewicht in Covered Bonds geschlossen (+1 Prozentpunkt). Auf der Währungsseite hat das Gremium den Short in Emerging Markets-Währungen um einen Prozentpunkt reduziert und damit gleichzeitig die Long-Position im Euro aufgelöst. Die frei gewordene Liquidität wird als Kasse gehalten (+5 Prozentpunkte).  

Unsicherheit spricht für defensivere Ausrichtung

Grund für die Entscheidung des UIC ist die erneut deutlich angestiegene Unsicherheit in den globalen Handelsbeziehungen. So hat sich die Nachrichtenlage an mehreren Stellen verschlechtert und eine Einigung bis zum G20-Gipfel Ende Juni wird zunehmend unwahrscheinlich. Mit dem Ausschluss von Huawei sind zum ersten Mal die Vorleistungsketten in zentralen Wirtschaftsbereichen massiv betroffen. China hat in der vergangenen Woche als Gegenmaßnahme einen Exportstopp „Seltener Erden“ in die USA angekündigt. Diese Rohstoffe werden insbesondere bei der Herstellung von High Tech-Produkten benötigt. Viele Unternehmen werden durch diese nicht-tarifären Handelshemmnisse ihre Lieferketten umstellen müssen. Davon unbeeindruckt verhängte Donald Trump Ende letzter Woche Zölle auf alle US-Importe aus Mexiko. Er möchte darüber die Mexikaner zu einer restriktiveren Migrationspolitik zwingen. Neben einer Verhärtung im Konflikt mit den Chinesen wurde damit ein zweiter handelspolitischer Schauplatz eröffnet. Das bisherige Risikoszenario, dass sich die handelspolitischen Spannungen nicht auflösen, wird damit zum Basisszenario. Das passiert just in einem Moment, in dem sich das konjunkturelle Umfeld bereits wieder abschwächt. Viele Frühindikatoren (beispielsweise die Einkaufsmanagerindizes) haben sich in den letzten Wochen deutlich abgeschwächt.

Mit Blick auf die Kapitalmärkte hat sich das Aktien-Sentiment der Kapitalmarktteilnehmer ebenfalls wieder abgeschwächt, die Positionierung wurde etwas reduziert. Viele systematische Investoren haben mit dem Abbau von Risiken aber erst begonnen und werden diesen bei weiteren Kursrückschlägen fortsetzen.

Der hohe Grad der Unsicherheit lässt das UIC deutlich vorsichtiger werden. Die handelspolitische Verhärtung ist nach Ansicht des Gremiums in den nächsten Wochen nicht lösbar. Die konjunkturellen Sorgen haben zu einem deutlichen Preisrückgang bei Rohöl geführt. In Europa ist die Lage in Italien und Großbritannien unsicherer geworden und auch in Deutschland ist die Zukunft der großen Koalition unklar. Die Marktteilnehmer hoffen auf eine Unterstützung der Notenbanken. So ist die eingepreiste Wahrscheinlichkeit eine Zinssenkung der Fed im September in den letzten Tagen auf über 80 Prozent angestiegen. In diesem Umfeld setzt das UIC stärker auf Sicherheit. Außer einer kleinen Carry-Position in IG-Unternehmensanleihen sind alle risikobehafteten Anlageklassen im UIC-Portfolio unter- oder neutral gewichtet. Die sicheren Häfen dürften gesucht bleiben.

Unsere Positionierung

Positionierung 3. Juni 2019
Stand: 3. Juni 2019

Stand aller Informationen und Darstellungen:
3. Juni 2019, soweit nicht anders angegeben.

UIC_deutsch_Mai.mp4
Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat sich weiter verschärft – können Investoren zumindest auf eine stabilisierende Wirtschaft und eine unterstützende Notenbankpolitik zählen? Benjardin Gärtner, Leiter Aktienfondsmanagement, nimmt Stellung.

Bitte beachten Sie, dass die Änderungen der außerordentlichen UIC Sitzung vom 3. Juni 2019 nicht in dem Video enthalten sind.

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