Wir arbeiten für Ihr Investment

Union Investment bestätigt neutrale Risikoausrichtung

UIC jetzt über alle Asset-Klassen neutral

UIC_Okt_Deutsch.mp4
Die EZB hat die Zinsen weiter gesenkt. Und mit dem Drohnenangriff auf die Ölinfrastruktur in Saudi-Arabien ist auch der Iran-Konflikt wieder in den Fokus gerückt. Wie das Union Investment Committee dieses turbulente Marktumfeld einschätzt und welche Entscheidungen getroffen wurden, erfahren Sie im Interview mit Christian Kopf, Leiter des Rentenfondsmanagements.

Risikoausrichtung auf RoRo-Meter Stufe 3 bestätigt

RoRo-Meter 3

Das Union Investment Committee (UIC) hat im Rahmen seiner Sitzung im September die leicht defensive Aufstellung aufgehoben und sich wieder neutraler positioniert. Die Risikoausrichtung insgesamt wurde auf der RoRo-Meter-Stufe 3 belassen. Das Musterportfolio ist nach den Anpassungen nun auf der Ebene der Assetklassen durchweg neutral ausgerichtet. Das UIC sucht die Chancen stärker in der Selektion. Hintergrund der Entscheidung ist das etwas geringere Abschwächungstempo des globalen Wirtschaftswachstums. Noch immer sind viele Datenpunkte schwach, dennoch haben sich die Kapitalmärkte in den letzten Wochen deutlich stabilisiert. Nach Lesart des Gremiums lag das vor allem daran, dass die Stimmung an den Märkten und die Erwartungen extrem pessimistisch waren. Eine nachhaltige Stabilisierung des konjunkturellen Umfelds steht aber weiterhin aus.

Abschwächung des globalen Wachstums verlangsamt

Nachdem auch die jüngsten Frühindikatoren keine konjunkturelle Trendwende anzeigen, haben die Volkswirte von Union Investment ihre Wachstumsprognosen für das Jahr 2020 spürbar gesenkt. Für die USA erwarten wir im kommenden Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,7 Prozent (zuvor 2,0 Prozent). Im Vergleich zu den anderen Industrieländern weist die größte Volkswirtschaft der Welt damit weiterhin das stärkste Wachstum auf, vor allem basierend auf ihrem großen Dienstleistungssektor. In eher industriell geprägten Ländern und Regionen – wie Deutschland und der Euroraum insgesamt – dürfte die Konjunktur weiter schwächeln. Hierzulande dürfte das Wachstum nach +0,5 Prozent in diesem auf +0,6 Prozent im kommenden Jahr auf niedrigem Niveau leicht anziehen. Mit fiskalpolitischen Maßnahmen ist hingegen nicht zu rechnen, solange die Wirtschaft nicht in eine echte Krise rutscht. Für den Euroraum wurde die Prognose für 2020 von +1,0 auf +0,8 Prozent gesenkt. In China scheint die Regierung ein Wachstum unterhalb der Sechs-Prozent-Marke zu akzeptieren. Insofern dürfte ein Fiskalstimulus geringer ausfallen als in der Vergangenheit. Für 2020 rechnen wir mit einem BIP-Anstieg von 5,7 Prozent, 0,4 Prozentpunkte weniger als in unserer vorherigen Prognose.

Trotz der leichten handelspolitischen Beruhigung der letzten Wochen bleibt die Unsicherheit – wie auch in der Brexit-Frage – besonders in der Realwirtschaft hoch. Dass hinter der Auseinandersetzung aber mehr als nur Handelspolitik steckt und die Chinesen darüber hinaus ein großes Interesse daran haben, dass der nächste US-Präsident nicht Donald Trump heißen wird, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung des Konflikts mit zwischenzeitlichen Phasen der Beruhigung hoch.

Geldpolitik: Die Notenbanken haben geliefert

Die Federal Reserve (Fed) hat wie erwartet die Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte gesenkt. Die Notenbank bestätigte ihre Erwartung einer insgesamt robusten US-Konjunktur für dieses und das kommende Jahr. Union Investment prognostiziert jedoch eine Abkühlung der US-Wirtschaft für 2020 und erwartet zwei weitere Zinsschritte im kommenden Jahr. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das erwartete umfangreiche Lockerungspaket beschlossen. Bereits ab November wird es auf unbestimmte Zeit erneut Wertpapierkäufe im monatlichen Volumen von 20 Milliarden Euro geben. Nach der jüngsten Senkung des Einlagenzinses um 10 Basispunkte auf -0,5 Prozent hat die EZB das Negativzinsumfeld in der Eurozone zementiert. Weitere Zinssenkungen bei den nächsten Treffen halten wir für weniger wahrscheinlich. Mit der Einführung eines Staffelzins-Systems (Tiering) hat die EZB einen wichtigen Baustein zur Minderung der Kosten für einlagenstarke Banken geschaffen.

Charts des Monats: US-Daten fielen zuletzt besser als erwartet aus; Inflationserwartungen nehmen weiter ab

Verlauf des Citi Economic Surprise-Index für die USA und Verlauf der 5-jährigen Inflationserwartungen für die USA und den Euroraum
Charts des Monats: US-Daten fielen zuletzt besser als erwartet aus;  Inflationserwartungen nehmen weiter ab
Quelle: Bloomberg; Stand: 24. September 2019

Asset-Klassen: Aktienquote nun neutral, Spread-Segmente im Rentenbereich weiter bevorzugt

 

Fokus liegt auf Spread-Märkten

An den Rentenmärkten dürfte der Einfluss der Geldpolitik abnehmen. Die Notenbanker haben erkannt, dass weitere Zinssenkungen zu einer Gefahr für den Bankensektor werden könnten. Die Renditen von Anleihen aus den Kernländern des Euroraums weisen daher wenig Kurspotenzial auf. Wir legen unseren Fokus auf Märkte mit Risikoaufschlag. Bei Anleihen aus den europäischen Peripherieländern und Unternehmenspapieren rechnen wir mit weiteren Spread-Einengungen. Für die USA gehen wir von weiter rückläufigen Renditen bei US-Treasuries aus. Dies dürfte Anleihen aus den Emerging Markets entgegenkommen und dort die Finanzierungskosten senken. Gegenüber europäischen High Yields sind wir hingegen zunehmend zurückhaltender. Bei Anleihen mit sehr schlechter Bonität (Ratingklasse CCC) mehren sich die Ausfälle. In einem Umfeld, in dem die Fremdkapitalkosten derart gering sind, ist dies kein gutes Zeichen. Da wir zugleich skeptisch für die Konjunktur im Euroraum sind, besteht die Gefahr, dass perspektivisch auch Firmen mit einer etwas besseren Kreditwürdigkeit in Mitleidenschaft gezogen werden.

Industrieländer-Aktien übergewichtet

Die konjunkturelle Eintrübung, schwache Frühindikatoren und geopolitische Risiken scheinen den Aktienmärkten der Industriestaaten derzeit wenig anzuhaben. Das lässt den Schluss zu, dass die Kurse schon viel eingepreist haben. Hinzu kommt, dass in den USA der volkswirtschaftliche Datenkranz noch recht robust ist. Mit Blick auf die Gewinnerwartungen zeigt sich, dass die Zeiten für zyklische Konzerne schwerer werden, die übrigen Unternehmen sich aber nach wie vor gut halten. Vor diesem Hintergrund scheint ein Untergewicht in der Assetklasse insgesamt nicht mehr angebracht, sodass das UIC eine Erhöhung der Aktien aus den Industrieländern beschlossen hat.

Energierohstoffe hochgestuft

Der Drohnenangriff auf die saudi-arabischen Ölanlagen hat gezeigt, wie anfällig der Sektor für externe Schocks ist. Zwar werden laut Saudi-Aramco die Fördermengen in Kürze wieder das alte Niveau erreichen. Es bestehen aber keine Reservekapazitäten mehr, die Angebotsausfälle, unabhängig vom Fördergebiet, ausgleichen könnten. Diese hätten also schnelle Preisreaktionen zur Folge, zumal für das vierte Quartal ein Marktdefizit erwartet wird. Ein Übergewicht scheint also adäquat. Im Gegenzug wird ein Untergewicht in Edelmetallen eröffnet. Vor allem Gold hat ein stark überkauftes Niveau erreicht. Außerdem wurde das bisherige Untergewicht in Industriemetallen neutralisiert.

Neutrale Position bei Währungen

Mit der abwartenden Haltung der EZB und weiteren Zinssenkungen in den USA sollte sich das Zinsdifferenzial zwischen den Währungsräumen wieder einengen. In Verbindung mit einer stärker steigenden Staatsverschuldung in den Vereinigten Staaten im Vergleich zum Euroraum spricht somit viel für einen schwächeren US-Dollar. Auf der anderen Seite steht der Euro jedoch weiterhin unter dem Druck des Brexits. Unter Abwägung dieser gegensätzlichen Faktoren ergibt sich kein eindeutiges Bild, sodass wir uns vorerst neutral aufstellen. Mit Blick auf die leicht positiven Nachrichten im Handelskonflikt schließen wir unsere Position im US-Dollar gegenüber den EM-Währungen.

Leichte Erholung bei Wandelanleihen

Mit dem steigenden Aktienmarkt haben sich Wandelanleihen im September etwas erholt. Die Aktienmarktsensitivität lag wieder bei 45 Prozent. Insgesamt wies der Markt für Wandelanleihen damit eine hohe Konvexität auf. In den USA gab es zahlreiche Neuemissionen aus dem High Yield-Bereich, die gut vom Markt aufgenommen wurden. In Europa kamen dagegen vor allem Investment Grade-Emissionen an den Markt, die gemischt aufgenommen wurden.

Unsere Positionierung

Positionierung 24. September 2019
Stand 24. September 2019

Stand aller Informationen und Darstellungen:
24. September 2019, soweit nicht anders angegeben.

Neues von den Märkten

Neues von den Märkten: Oktober

Konjunktur, Wachstum, Inflation und Geldpolitik – der Monatsbericht „Neues von den Märkten“ informiert Sie über aktuelle Entwicklungen und macht Sie mit unseren Einschätzungen vertraut. Erhalten Sie zudem einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen.
(Stand: 01. Oktober 2019)