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Union Investment bestätigt neutrale Risikoausrichtung

UIC neutralisiert Aktienquote nach Kurserholung

RoRo-Meter auf 3, Risikoausrichtung bleibt neutral

RoRo-Meter bleibt auf 3

Das Union Investment Committee (UIC) hat seine neutrale Risikoausrichtung (RoRo-Meter 3) bestätigt, das UIC-Portfolio aber leicht defensiver ausgerichtet. Nach Meinung des Gremiums sind die Unterstützungsmaßnahmen der Staaten und Notenbanken sowie die Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen vielerorts in den Kursen reflektiert. Für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung ist eine positive Entwicklung des fundamentalen Marktumfelds notwendig. Risikoanlagen bleiben damit perspektivisch attraktiv, kurzfristig ist das Chance-Risiko-Verhältnis aber aufgrund der starken Erholung und der damit ambitionierten Bewertungen weitgehend ausgeglichen.

Daher realisiert das Gremium den Gewinn aus dem Übergewicht der Industrieländeraktien und senkt die Aktienquote auf neutral. Spread-Produkte sind durch die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter unterstützt, sodass der aktiven Position in Unternehmensanleihen (Investment Grade) nun eine weitere in Staatsanleihen aus der Euro-Peripherie zur Seite gestellt wird. Diese sollten von den politischen Annäherungen auf europäischer Ebene ebenso profitieren wie der Euro (Long vs. US-Dollar). Zudem schätzt das Gremium den Absolute Return-Bereich aufgrund niedriger Renditen am Rentenmarkt attraktiver ein als Covered Bonds.

Epizentrum der Pandemie in Emerging Markets

Durch die Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen hat sich die Wirtschaftsaktivität weltweit zuletzt erholt, ist aber noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt. Die Kapitalmärkte blenden weiterhin die schwache Verfassung der globalen Konjunktur und auch den Anstieg der Neuinfektionszahlen vielerorts in den vergangenen Tagen aus. Stattdessen liegt der Fokus auf Nachrichten, die mittelfristig auf die Überwindung der ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie hindeuten.

Aus globaler Sicht steht der Höhepunkt der Corona-Krise indes noch aus. Das Epizentrum hat sich vor allem nach Lateinamerika, aber auch in einige andere große Emerging Markets (Russland, Indien) verschoben. In den Industriestaaten nimmt aufgrund lokaler Ausbrüche die Gefahr einer zweiten Corona-Welle zu. So steigen insbesondere in den USA zuletzt die landesweiten täglichen Neuinfektionen deutlich stärker an, als allein durch eine Ausweitung der Tests zu erwarten gewesen wäre. Dies dämpft die US-Wirtschaftsaktivität durch erneute Einschränkungen der Behörden oder durch das Verhalten der Verbraucher und Unternehmen (bspw. erneute Schließung von Apple-Stores)

Staatliche Maßnahmen stützen US-Konjunktur

In den USA hat der Arbeitsmarktbericht für Mai mit einem Anstieg der Stellen überrascht. Nach Einschätzung unserer Volkswirte ist der überraschende Stellenanstieg aber insbesondere auf einen Sondereffekt des staatlichen Paycheck Protection Program (PPP) zurückzuführen. Auch der Anstieg der US-Einzelhandelsumsätze im Mai (+17,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat) muss mit Vorsicht genossen werden. Trotz der hohen Arbeitslosigkeit ist die Liquiditätslage vieler US-Haushalte aktuell besser als vor der Krise. Verantwortlich dafür sind Sondereffekte wie staatliche Sonderzahlungen oder vorübergehend ausgesetzte Schuldendienste.

Die Stützungsmaßnahmen der Staaten und Notenbanken können die schwere Rezession nicht verhindern, sollten aber negative Zweitrundeneffekte abmildern. Erst ab Mitte des Jahres 2021 sollte eine nachhaltige Erholung einsetzen, die in den USA im kommenden Jahr zu einem Wachstum von 3,6 Prozent (alte Prognose +2,8 Prozent) führen dürfte. Eine Rückkehr der Wirtschaftsleistung auf das Vorkrisenniveau erwarten die Experten nicht vor 2022. Die wichtigsten Notenbanken der Welt haben ihre lockere Geldpolitik in den vergangenen Wochen bestätigt bzw. bezüglich der quantitativen Lockerungen erneut ausgeweitet. Die Federal Reserve (Fed) wird weiterhin mindestens im aktuellen monatlichen Volumen US-Staatsanleihen und Mortgage Backed Securities und darüber hinaus nun auch Unternehmensanleihen direkt ankaufen. Mit Zinsanhebungen ist nicht bis Ende 2022 zu rechnen. Die EZB hat im Juni das „Pandemic Emergency Purchase Programme“ (PEPP) um 600 Milliarden Euro auf 1,35 Billionen Euro aufgestockt und den Zeitraum für die Anleiheankäufe bis mindestens Ende Juni 2021 verlängert. Die Banken des Euroraums haben über die neuen langfristigen Refinanzierungsgeschäfte (TLTROs) Mitte Juni mehr als 1,3 Billionen Euro an Liquidität bei der EZB abgefragt.

Chart des Monats: Arbeitsmarkt und Einkommen in den USA auch durch Sondereffekte verbessert

Charts des Monats
Quelle: Union Investment; Stand: 22. Juni 2020.

Positionierung innerhalb der Asset-Klassen

 

Staatstitel aus EWU-Peripherie übergewichtet

Die Kaufprogramme der Notenbanken wirken sich weiter stützend auf die Rentenmärkte aus, insbesondere auf Staatstitel aus der EWU-Peripherie sowie auf Unternehmensanleihen. Es ist zu erwarten, dass es in der einen oder anderen Form zur Schaffung eines europäischen Wiederaufbaufonds kommt, was auch zu rückläufigen Renditen an den Peripheriemärkten führen dürfte. Im Investment-Grade-Bereich sollten die Ausfallraten, selbst wenn es zu einer zweiten Welle an Corona-Neuinfektionen kommen würde, begrenzt bleiben. Geringe Renditen verbunden mit schwacher Emissionstätigkeit lassen den Covered-Bonds-Markt vergleichsweise unattraktiv erscheinen.

Industrieländer-Aktiengewichtung neutralisiert

Die globalen Aktienmärkte haben sich weiter erholt, die Bewertungen sind ambitioniert. Nach vorne gerichtet besteht das Risiko einer zweiten Ansteckungswelle. Daneben lässt der Rückenwind vonseiten der systematischen Investoren nach. Die Gewinnsituation hat sich zuletzt stabilisiert und sollte sich nur langsam erholen. Das UIC hat sich in diesem Umfeld entschieden, Gewinne bei DM-Aktien zu realisieren. Strategisch bleiben Aktien aber eine bevorzugte Assetklasse.

Rohstoff-Positionierung unverändert neutral

Durch eine Verlängerung – verbunden mit einer konsequenten Umsetzung – der Produktionskürzungen der OPEC+-Staaten sowie einer rapiden Förderkürzung der Schieferölunternehmen in den USA ist es gelungen, das globale Ölangebot auf das Niveau der weltweiten Nachfrage zu drosseln. Der Ölmarkt wird so im Gleichgewicht in die zweite Jahreshälfte starten – aber mit einem deutlichen Lagerüberhang. Der Goldpreis ist durch eine ungebrochene Nachfrage von ETFs und niedrigen Realrenditen unterstützt.

Politische Annäherung stärkt Euro

Die Diskussion über einen europäischen Wiederaufbaufonds gibt dem Euro weiter Rückenwind. Auf dem am kommenden Wochenende stattfindenden EU-Gipfel können weitere Schritte einer stärkeren Integration gegangen werden. Auch erste Annäherungen bei den Brexit-Verhandlungen senden ein positives Signal. Der US-Dollar dürfte von Kapitalabflüssen aus den USA belastet sein, da Investoren durch die Zinssenkungen der Fed rentierlichere Anlagen anderswo auf der Welt suchen. Auch dürfte der US-Dollar zunehmend zum Spielball des Geschehens im US-Wahlkampf werden.

Wandelanleihen im Aufwärtstrend

Aufgrund von starken Aktienmärkten haben die Wandelanleihenmärkte über die vergangenen Wochen deutlich zugelegt. US-Wandelanleihen sind am stärksten gestiegen und weisen auch einen deutlichen Bewertungszuwachs auf. Die Bewertungen in Europa und Asien (exkl. Japan) sind dagegen gefallen und insgesamt weiterhin günstig. Der Wandelanleihenmarkt weist mit einer hohen Konvexität eine Aktienmarktsensitivität von etwa 57 Prozent auf. Die Neuemissionstätigkeit blieb in den vergangenen Wochen sehr stark, insbesondere in den USA.

Unsere Positionierung

Unsere Positionierung

Stand aller Informationen und Darstellungen:
23. Juni 2020, soweit nicht anders angegeben.

Neues von den Märkten: Juli

Neues von den Märkten: Juli

Konjunktur, Wachstum, Inflation und Geldpolitik – der Monatsbericht „Neues von den Märkten“ informiert Sie über aktuelle Entwicklungen und macht Sie mit unseren Einschätzungen vertraut. Erhalten Sie zudem einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen.
(Stand: 26. Juni 2020)