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Positionierung neutral, RoRo-Meter weiter auf 3

RoRo-Meter auf 3

Die konjunkturellen Frühindikatoren sowohl in den USA als auch in Europa stabilisieren sich weiter. Gleichzeitig hat sich der Handelskonflikt zwischen den USA und dem Rest der Welt aber nochmals verschärft. Das Union Investment Committee (UIC) entschied sich auf seiner regulären Sitzung am 24. und 25. Juli, an der auf dem Adhoc-Treffen vom 9. Juli eingeschlagenen Risikoausrichtung festzuhalten und das RoRo-Meter unverändert bei 3 zu belassen. Durch eine leichte Übergewichtung von Aktien (über eine Neutralstellung der Emerging-Markets-Position) geht das Gremium gleichwohl im Musterportfolio einen Schritt stärker ins Risiko.

Positives Konjunkturumfeld weiterhin intakt

Die Union Investment Frühindikatoren ULI und ELI haben sich zuletzt stabilisiert bzw. verbessert. Auch die Einkaufsmanagerindizes bestätigen diesen Befund. Bei den Wachstumsüberraschungen zeigt sich aber nach wie vor eine Diskrepanz zwischen den USA und Europa. Während insbesondere die amerikanische Volkswirtschaft sich positiv entwickelt, hinkt die Erholung in der Währungsunion noch etwas hinterher. Dennoch laufen beide wichtigen Regionen konjunkturell in die gleiche und richtige Richtung. Verglichen mit dem Frühjahr ist das ein klarer Fortschritt, zumal das Momentum zunimmt.

Auch die anstehende Berichtssaison für das zweite Quartal spricht dafür, dass es mit Risiko-Assets aufwärts geht. In den USA beispielsweise scheinen die Analystenerwartungen an die Unternehmen mit einem Gewinnanstieg von etwa drei Prozent eher moderat, nachdem in den beiden Vorquartalen noch 6,4 bzw. 7,8 Prozent erzielt wurden. Allerdings sind positive Überraschungen möglich. Das UIC rechnet damit, dass sich der gute Start der Berichtssaison fortsetzt und die Assetklasse positive Impulse von der Gewinnseite erhalten wird.

In China dürften die vor kurzem beschlossenen Stimulierungsmaßnahmen die Sorge vor einer Wiederholung des Szenarios in 2016 ein Stück weit abmildern. Damals waren Währungsabwertungen des Renminbi als verzweifelte Maßnahme Pekings gegen einen drohenden Wachstumsstillstand interpretiert worden. Im Jahr 2018 liegt der Fall anders. Mit der Schwächung des Renminbi nutzt China sein wirkungsvollstes Mittel, um den Trump’schen Strafzöllen entgegenzuwirken. Zudem will man sich konjunkturell durch die nun beschlossene Mischung aus expansiver Geld- und Fiskalpolitik gegen die Hindernisse im Außenhandel ein Stück weit „immunisieren“. Das UIC interpretiert dieses Paket als kurzfristig positiv, insbesondere mit Blick auf die asiatischen Emerging Markets. Mittel- und langfristig birgt der Weg aber auch Gefahren. Durch den Einsatz der altbekannten Mittel – starker Kreditimpuls und höhere Staatsausgaben – könnte der angestrebte Umbau der chinesischen Volkswirtschaft verzögert werden.

An den Kapitalmärkten wurde die Zolldiskussion bislang vor allem mit einer starken Rotation von Regionen, Sektoren und Unternehmen quittiert. Damit sollte der Status Quo im Handelsstreit weitgehend eingepreist sein. Derzeit spricht wenig für eine Verschärfung. Dennoch kann ein weiteres Abgleiten in eine Eskalationsspirale nicht ausgeschlossen werden. Es bleibt vielmehr abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. Dieser nur sehr schwer zu kalkulierende Unsicherheitsfaktor spricht aus Sicht des UIC dafür, die Risikopositionen nur begrenzt und ausgewählt zu erhöhen.

Charts des Monats: Erholung beim UI Growth Surprise Indikator DM;
Guter Berichtssaisonstart insbesondere in den USA

Entwicklung der UI Growth Surprise Indikatoren; Positive Umsatz- & Gewinnüberraschungen auf Unternehmensseite
Entwicklung der UI Growth Surprise Indikatoren; Positive Umsatz- & Gewinnüberraschungen auf Unternehmensseite
*S&P 500 Index: 116 von 497 Unternehmen; **STOXX 600 Index: 120 von 435 Unternehmen ; Quelle: Union Investment, Bloomberg, Stand: 25. Juli 2018.

Aktien leicht übergewichtet – Kasse reduziert

Am Rentenmarkt ist die „italienische Frage“ in den letzten Wochen in den Hintergrund getreten. Es herrscht vordergründig Sommerpause in Rom und die letzten Initiativen der neuen Regierung aus Links- und Rechtspopulisten hatten eher die Migrationsbewegungen über das Mittelmeer als den künftigen fiskalpolitischen Kurs des Landes zum Gegenstand. Im Herbst steht allerdings die Vorlage des Haushaltsplanes für 2019 auf der politischen Agenda. Es ist daher nicht auszuschließen, dass Italien dann wieder stärker in den Fokus der Anleger rückt. Insgesamt hat sich die Entwicklung von Peripherieanleihen – vor allem in Italien – vorerst stabilisiert. Nach den Spreadausweitungen der vergangenen Wochen bei Unternehmensanleihen von Schuldnern hoher Qualität (High Grade) ist die Subassetklasse nach Einschätzung des UIC mittlerweile fair bewertet. Gleichwohl spricht zum aktuellen Zeitpunkt aus einer Multi-Asset-Sicht weiter viel für eine Untergewichtung, gerade im Vergleich zu anderen Anlageklassen. Bei Abwägung der verschiedenen Chance-Risiko-Profile (z.B. von Aktien gegenüber Credits) weisen andere Assets nach Einschätzung des Gremiums attraktivere Perspektiven auf. Daher bleibt das Untergewicht in High Grade-Unternehmensanleihen bestehen.

Aktien aus den Schwellenländern verzeichneten in den letzten Wochen eine starke Underperformance. Neben der Handelsproblematik waren insbesondere China-Sorgen ein wichtiger Treiber. Das Maßnahmenpaket der Pekinger Führung dürfte daher bei dieser Subassetklasse besonders stark (positiv) zum Tragen kommen. Darüber hinaus hat sich die Investoren-Positionierung durch die Bewegungen bereinigt und die Bewertungen sind spürbar gesunken. Zwar bleiben die Risiken – insbesondere angesichts der chinesisch-amerikanischen Handelsstreitigkeiten – bestehen. Weitere Kursverluste auf breiter Front sind aber unwahrscheinlicher geworden. Das UIC hat die Gewichtung von EM-Aktien in den neutralen Bereich angehoben. In den USA rechnet das UIC mit einer guten Berichtssaison zum zweiten Quartal, vor allem in den USA. Dort dürften die Gewinne 2018 im Jahresvergleich um 21 Prozent steigen, in Europa immerhin um sieben Prozent. Außerdem bewegen sich die Gewinnwarnungen auf historisch niedrigem Niveau. In Verbindung mit den verbesserten Frühindikatoren sprechen diese Punkte für eine Übergewichtung in Aktien, gerade in den Developed Markets (DM). Nach vorne gerichtet wird wichtig sein, welche Informationen die Unternehmen im Ausblick neben der Zollproblematik zu den steigenden Inputkosten geben. Denn: In den vergangenen zwölf Monaten sind die Preise für Energie und Metalle kräftig gestiegen. Können diese Kosten nicht weitergegeben werden, drohen die Margen perspektivisch unter Druck zu geraten.

Die Preise am Rohstoffmarkt bewegten sich volatil, dies trifft besonders auf Industriemetalle zu. Aus fundamentaler Sicht spricht das spätzyklische Konjunkturumfeld für die Subassetklasse, zumal am Markt ein Nachfrageüberhang herrscht. Allerdings haben Zink, Nickel und Co. in 2017 bereits stark performt. Zuletzt litten die Notierungen unter Sorgen um Chinas Wachstum. Das UIC geht davon aus, dass dieser Aspekt in den Hintergrund treten und stattdessen die fundamentalen Aspekte wieder die Preisbewegungen determinieren sollten. Daher wird an der Übergewichtung festgehalten.

Globale Wandelanleihen tendierten in den letzten vier Wochen unter deutlich geringeren Schwankungen als Aktien im Schnitt seitwärts. Der globale Index profitierte insbesondere von der Erholung europäischer Papiere. Japanische Wandelanleihen entwickelten sich indes seitwärts. Von den Ausweitungen der Spreads bei Unternehmenspapieren waren Wandelanleihen kaum betroffen. Dagegen führte die geringere Neuemissionstätigkeit zu einer Stabilisierung der Bewertungen. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau bieten sich – auch angesichts der Vielzahl neuer Wandelanleihen – interessante Einstiegsmöglichkeiten in die Assetklasse.

Die Perspektiven am Geldmarkt sind für Investoren unattraktiv.

Unsere Positionierung

Positionierung 16. August 2018
Stand: 16. August 2018
  1. 1 Erläuterung: Zur Festlegung der Anlagestrategie wird zunächst das Marktumfeld genau analysiert. Das Ergebnis schlägt sich in einer Risikoeinschätzung nieder. Dazu formuliert das Union Investment Committee eine Risk-on- / Risk-off-Entscheidung in fünf Stufen (1, 2, 3, 4, 5). Diese ist wie folgt zu interpretieren: Eine „5“ steht für eine hohe Risikoneigung, eine „1“ für einen weitgehenden Rückzug aus Risikoanlagen.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen:
25. Juli 2018, soweit nicht anders angegeben.

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