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Neues von den Märkten

Neues von den Märkten: April

Erhalten Sie im Monatsbericht "Neues von den Märkten" einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen. Ergänzt wird der Monatsbericht durch aktuelle Kapitalmarktprognosen.

Union Investment weiterhin mit offensiver Risiko-Ausrichtung

Positionierung offensiv, RoRo-Meter weiter auf 4

RoRo-Meter 4

Die von den USA ausgehende Gefahr einer globalen Eskalation protektionistischer Maßnahmen hat die Kapitalmärkte in den letzten Wochen in Atem gehalten. Das Thema stand auch im Mittelpunkt der regulären Sitzung des Union Investment Committees (UIC) am 26. und 27. März. Aus Sicht des Gremiums überwiegt für die nächsten Wochen die Wahrscheinlichkeit, dass sich die handelspolitischen Auseinandersetzungen wieder etwas beruhigen werden. Da gleichzeitig das konjunkturelle Bild und die Erwartungen für die Unternehmensgewinne weitgehend stabil geblieben sind, könnte sich eine chancenorientierte Positionierung auszahlen. Das UIC hat seine moderat offensive Risikoausrichtung (RoRo-Meter Stufe 4) deshalb bestätigt.

Protektionistische Eskalation eher unwahrscheinlich

Noch vor wenigen Monaten ging ein Großteil der politischen Initiativen von US-Präsident Donald Trump ins Leere, meist weil sie im US-Repräsentantenhaus keine Mehrheit fanden. Den ersten richtigen Treffer landete Trump mit der Verabschiedung der Steuerreform Ende letzten Jahres. Aktuell macht der US-Präsident nun mit einer Serie handelspolitischer Schläge weiter, die sich unter dem Strich vor allem gegen China richten. Offen ist allerdings, ob Trump im Sinne seiner „America first“-Agenda eine weltweite Eskalation des Protektionismus in Kauf nehmen und damit dem Welthandel einen empfindlichen Schlag versetzen wird – oder ob er mit Blick auf die im Herbst stattfindenden Midterm-Elections eher ein Signal an seine Wähler schickt, ohne einen echten Handelskrieg riskieren zu wollen. In China setzt die Regierung vorerst auf die zweite Option. Peking platzierte einen gesichtswahrenden, eher moderaten Gegenschlag und zeigte sich zu bestimmten Themen wie dem Zugang zum chinesischen Markt gesprächsbereit. Wie viele andere Marktteilnehmer geht das UIC davon aus, dass eine weitere Eskalation in Sachen Protektionismus vorerst ausbleibt. Daher behält das Gremium seine Risikopositionierung und wesentliche Teile seines Musterportfolios unverändert bei.

Momentum im Euroraum lässt auf hohem Niveau nach

Mit Blick auf die Konjunktur haben sich in den vergangenen Wochen die Werte einiger Wachstumsbarometer etwas abgeschwächt – dies vor allem im Euroraum. Allerdings bewegten sich die Frühindikatoren zuvor auch auf solch hohem Niveau, dass eine weitere Steigerung kaum noch zu erwarten war. Realwirtschaftlich sind bislang keine Bremsspuren zu verzeichnen, die Wachstumserwartungen für das Jahr 2018 sind weiter sehr positiv, sodass die guten konjunkturellen Rahmenbedingungen weiterhin unterstützend auf die Kapitalmärkte wirken dürften.Die Inflationsentwicklung hat nach Einschätzung des Union Investment Committees in den letzten Wochen den Tiefpunkt erreicht. Im weiteren Jahresverlauf ist mit einem moderaten Anstieg zu rechnen, wobei der Trend in den USA noch etwas ausgeprägter sein dürfte als in der Eurozone. Dass die Inflation nach oben überraschen könnte, hält das UIC für eher unwahrscheinlich. Die Zentralbanken agieren in diesem Umfeld daher weitgehend wie erwartet. Die US-Notenbank Fed hat im März die erwartete Erhöhung des Leitzinses vollzogen und für das kommende Jahr 2019 nunmehr drei statt wie bislang zwei Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Jerome Powell hat auf seiner ersten Sitzung als neuer Fed-Chef den Kurs seiner Vorgängerin Janet Yellen damit fortgesetzt und keine „hawkisheren“ Kurs einschlagen. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihre kommunikative Guidance hinsichtlich des Anleiheankaufprogramms voraussichtlich in den kommenden Monaten ändern. Das UIC rechnet mit einer ersten Zinserhöhung jedoch frühestens im Sommer 2019.

Charts des Monats: EWU-Einkaufsmanagerindex von hohem Niveau etwas rückläufig; Schwellenländer-Anleihen weiter aussichtsreich

Entwicklung der Einkaufsmanagerindizes des Industriesektors sowie der Risikoaufschläge von Schwellenländer-Anleihen
Entwicklung der Einkaufsmanagerindizes des Industriesektors sowie der Risikoaufschläge von Schwellenländer-Anleihen

Quelle: Union Investment, Bloomberg, Stand: 26. März 2018. * in Hartwährung

Peripherieanleihen bevorzugt

In der etwas längeren Perspektive handelten Bundesanleihen zuletzt deutlich stärker als US-Staatsanleihen. Das Rentenfondsmanagement von Union Investment führt diese Entwicklung zum einen auf das Ankaufprogramm der EZB, zum anderen aber auch auf das hohe Interesse von Investoren aus dem Nicht-Euroraum zurück. Denn die Attraktivität von Bundesanleihen ist durch mögliche Rollgewinne und zusätzliche Hedgingerträge aus Währungsabsicherungen deutlich gestiegen. Da diese Faktoren auch vorerst weiter stützen dürften, wurde die Renditeprognose für zehnjährige Bundesanleihen auf 0,8 Prozent zum Jahresende 2018 zurückgenommen. Die Prognose für zehnjährige US-Treasuries bleibt indes unverändert bei 3,2 Prozent. Anders als bei Bundesanleihen sind deren Renditen im Rahmen der jüngsten Aktienkorrektur eher seitwärts gelaufen, was für einen eher grundsätzlichen strukturellen Aufwärtsdruck spricht. Aufgrund der Neubewertung der relativen Attraktivität des Carrys hat das UIC zudem eine Adjustierung im Bereich der Peripherie- (favorisiert) und Unternehmensanleihen (weniger favorisiert) vorgenommen. In der Peripherie bevorzugt das Gremium vor allem Spanien. Italien wird aufgrund der nach wie vor unsicheren politischen Gemengelage hingegen weniger favorisiert.

Am Aktienmarkt betrachtet das UIC die jüngsten Kursrückgänge für übertrieben und rechnet angesichts der Beruhigung der Protektionismus-Diskussion mit einem gewissen Erholungspotenzial. Das Sentiment hat sich im Vergleich zu den Vorwochen, als viele Indikatoren noch im „überkauften“ Bereich standen, entspannt. Das Gremium erwartet eine gute bis sehr gute Berichtssaison für das erste Quartal 2018, wenngleich  die Ausblicke für die kommenden Monate auf hohem Niveau etwas vorsichtiger werden könnten. In Summe hat das UIC aufgrund des höheren Gewinnwachstums eine leichte Präferenz für Aktien der Schwellenländer gegenüber solchen der entwickelten Märkte. Bei Aktien der Eurozone gilt es, die für Exporteure nachteilige Stärke des Euro im Auge zu behalten.

Nachdem sich die Ölpreise von ihrem Tiefstständen im Februar erholt haben, halten sich die Argumente für steigende und fallende Preise die Waage. Neben der potenziellen Aufkündigung des Iran-Abkommens durch die USA spricht auch die Situation an den Terminmärkten (Backwardation) für steigende Notierungen. Auf der anderen Seite stehen eine eher einseitige Long-Positionierung der Investoren sowie saisonale Effekte höheren Preisen entgegen. Der Goldpreis pendelt unter Schwankungen um die Marke von 1.340 US-Dollar.

Am Währungsmarkt spricht derzeit wenig für einen stärkeren US-Dollar, vor allem wegen der absehbaren starken Ausweitung des US-Leistungsbilanzdefizits in Kombination mit der moderaten Zinserhöhungspolitik der US-Notenbank Fed. Das UIC behält die Prognose von 1,30 EUR/USD zum Jahresende 2018 bei.

Globale Wandelanleihen gaben in den vergangenen vier Wochen etwas nach. Die Korrektur war jedoch deutlich schwächer ausgeprägt als bei globalen Aktien. Nach wie vor ist der US-Markt aufgrund des höheren Anteils von Titeln aus dem Technologiesektor das volatilste Marktsegment, das gleichzeitig aber auch die beste Performance aufweist. Der Gesamtmarkt ist durch die relativ niedrige Zinssensitivität von den tendenziell steigenden Renditen wenig betroffen. Die globale Neuemissionstätigkeit war im März etwas unterdurchschnittlich. Mit einer Aktiensensitivität von rund 50 Prozent sind Wandelanleihen mit einem attraktiven Maß an Konvexität ausgestattet.

Die Perspektiven am Geldmarkt sind für Investoren unattraktiv.

Unsere Positionierung

Positionierung 27. März 2018
Stand: 27. März 2018
  1. 1 Erläuterung: Zur Festlegung der Anlagestrategie wird zunächst das Marktumfeld genau analysiert. Das Ergebnis schlägt sich in einer Risikoeinschätzung nieder. Dazu formuliert das Union Investment Committee eine Risk-on- / Risk-off-Entscheidung in fünf Stufen (1, 2, 3, 4, 5). Diese ist wie folgt zu interpretieren: Eine „5“ steht für eine hohe Risikoneigung, eine „1“ für einen weitgehenden Rückzug aus Risikoanlagen.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen:
27. März 2018, soweit nicht anders angegeben.