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Neues von den Märkten

Erhalten Sie im Monatsbericht "Neues von den Märkten" einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen. Ergänzt wird der Monatsbericht durch aktuelle Kapitalmarktprognosen.

Marktmeinung

Union Investment mit neutraler Risiko-Ausrichtung

Positionierung neutral, RoRo-Meter nun auf 3

RoRo-Meter auf 3

Die Kapitalmärkte bewegen sich derzeit ohne größere Änderungen des zugrunde liegenden Fundamentalbilds unauffällig durch den Sommer. Es gibt kaum Informationen, aus denen man auf substanzielle Ausschläge nach oben oder unten schließen könnte. Aus diesem Grund hat das Union Investment Committee (UIC) bei seiner turnusmäßigen Sitzung am 24. und 25. Juli seine Risikoausrichtung unverändert im ausgewogenen Bereich belassen (RoRo-Meter Stufe 3).1 Die Aktiengewichtung bleibt in Summe auf einem neutralen Niveau. Allerdings bevorzugt das UIC nun Aktien der aufstrebenden Volkswirtschaften vor Werten aus den Industrieländern.

In den nächsten Wochen dürfte vieles vom geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) abhängen, wobei es am Markt unterschiedliche Meinungen darüber gibt, wie die Fed weiter vorgehen wird.

Marktumfeld: Chinesisches Wachstum überrascht positiv

Mit Blick auf die Konjunktur fällt vor allem die Verbesserung der chinesischen Wirtschaftsdaten positiv auf: Das Konjunkturwachstum lag im zweiten Quartal bei 6,9 Prozent – und damit oberhalb des Zielwerts der chinesischen Regierung von 6,5 Prozent. Gleichzeitig hat sich die Kapitalbilanz stabilisiert, der Abfluss der Währungsreserven wurde gestoppt. Auch die Entwicklung für den Euroraum sieht gut aus. Für die USA ist das Bild ebenso weiter solide – bei einerseits nicht allzu großer Dynamik der „harten“ Zahlen, andererseits aber etwas verbesserten Frühindikatoren.

Die US-Verbraucherpreise lagen zuletzt mit einer Veränderung von 1,6 Prozent leicht unter den Erwartungen von 1,7 Prozent. Und es gibt durchaus Argumente, warum die Preissteigerung noch etwas zurückgehen könnte. Dennoch rechnet das UIC damit, dass die US-Leitzinsen im laufenden Jahr 2017 noch einmal und im kommenden Jahr 2018 bis zu dreimal angehoben werden könnten. Denn unabhängig von der Inflation muss die Fed aufgrund des immer noch niedrigen Zinsniveaus für schlechte Zeiten vorsorgen, solange sie das noch kann. Prinzipiell ist es durchaus möglich, dass sich das Wirtschaftswachstum deutlich verschlechtert, ohne dass die Inflation vorher stärker angestiegen ist. Es könnte deshalb sein, dass die Fed die Zinsen in einer Art „trial and error“-Prozess anheben wird, solange der Kapitalmarkt nicht deutlich negativ reagiert oder das Konjunkturbild nicht nachhaltig schlechter wird.

Daneben hat sich das UIC mit der Frage beschäftigt, ob die Fed zunächst die Leitzinsen erhöht oder zuerst den Abbau ihrer Bilanz ankündigt. Dass sie beides gleichzeitig tun wird, ist eher unwahrscheinlich. Das UIC neigt – anders als viele andere Marktteilnehmer – zu der Einschätzung, dass die US-Währungshüter im September zuerst nochmals die Leitzinsen erhöhen werden. Die Ausgestaltung eines möglichen Bilanzabbauprogramms gilt als außerordentlich kompliziert. Die Fed-Mitglieder benötigen einfach noch etwas Zeit, um die Einzelheiten zu diskutieren und zu einer einhelligen Entscheidung zu kommen.

Rund um die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich die Nachrichtenlage nach der Rede von Mario Draghi im portugiesischen Sintra Ende Juni wieder beruhigt. An der Einschätzung des UIC, dass die Notenbank im September den Einstieg in das sogenannte Tapering ankündigen wird, hat sich nichts geändert.

Charts des Monats: Schwellenländeraktien mit Bewertungsabschlag, Markt erwartet expansivere Geldpolitik als US-Notenbank

Bewertung von Industrie- und Schwellenländeraktien sowie Fed-Projektionen und Fed Funds-Sätze im Vergleich
Charts des Monats 25.07.2017
Quelle: Union Investment, Stand: 25. Juli 2017.

Asset-Klassen: Spreadprodukte attraktiv

Nach dem deutlichen Anstieg der Bund- und Treasury-Renditen, gab es an den Rentenmärkten zuletzt wieder einen leichten Renditerückgang. Nach Einschätzung des UIC ist das Momentum dieser Bewegung vorerst jedoch abgeflacht. Vor diesem Hintergrund hat das UIC das Durationssignal für zehnjährige Bundesanleihen taktisch auf neutral gestellt. Mittelfristig dürften die Renditen jedoch leicht ansteigen. Die Prognose für zehnjährige US-Treasuries liegt auf Sicht der kommenden zwölf Monate bei 2,6 Prozent, für zehnjährige Bunds bei 0,9 Prozent. Unternehmensanleihen profitieren weiterhin von einem Umfeld eines soliden weltwirtschaftlichen Wachstums bei gleichzeitig geringer Inflation. Bei Schwellenländer-Anleihen wirken sich der zuletzt schwache US-Dollar und die zumindest stabile, teilweise aber auch nach oben gerichtete Entwicklung der Rohstoffpreise zusätzlich positiv aus.

Insgesamt fehlen bei Aktien nach wie vor klar identifizierbare Treiber für weitere Kursanstiege. Die beachtlichen Gewinnsteigerungen des ersten Halbjahres (Erwartung für MSCI World: plus 13 Prozent für das Jahr 2017) verlieren an Dynamik und sind überwiegend bereits eingepreist. Eine zusätzliche Dynamik ist in der Breite derzeit nicht erkennbar. Selbst auf gute Unternehmensbilanzen, die im Rahmen der Berichtssaison vorgelegt werden, sind die Marktreaktionen eher verhalten. Im Vergleich zu den Aktienmärkten der entwickelten Welt machen Aktien aus den Schwellenländern einen etwas besseren Eindruck. Das liegt im Wesentlichen an den bereits auch für Schwellenländer-Anleihen genannten Argumenten. Daneben sind aber auch die Erwartungen der Analysten sowie das aktuelle Bewertungsniveau etwas entspannter.

Im Rohstoffsegment hat das UIC die Sichtweise bestätigt, dass sich der Ölpreis in Richtung von 55 bis 60 Dollar entwickeln sollte, sofern die OPEC-Länder die Förderbeschränkungen weiter einhalten.

Der US-Dollar hat nicht nur gegenüber dem Euro, sondern auch gegenüber fast allen anderen Währungen nachgegeben. Neben den ökonomischen Gründen zählten auch politische Entwicklungen in den USA (gescheiterte Gesundheitsreform, Untersuchung von fragwürdigen Russland-Kontakten) zu den Ursachen dieser Entwicklung. Nach vorne gerichtet hat das UIC die Frage diskutiert, ob die erwartete geldpolitische Straffung der Fed zu einer gewissen Gegenbewegung führen könnte. Allerdings sieht das UIC die zum gleichen Zeitpunkt erwarteten Maßnahmen der EZB („Tapering“) in Kombination mit dem dynamischeren Wirtschaftswachstum in der Eurozone als mindestens gleichwertige Treiber an. Gegebenenfalls könnte der Euro im Herbst sogar noch weiter an Stärke gewinnen.

Globale Wandelanleihen bleiben aufgrund der Kombination aus fairer Bewertung und attraktivem Chance-Risiko-Verhältnis hinsichtlich der Aktienpartizipation aussichtsreich. In den letzten vier Wochen ging die Neuemissionstätigkeit deutlich zurück. Eine Ausnahme bildete der asiatische Markt. Während das Bewertungsniveau in Europa und den USA leicht angestiegen ist, blieb die Bewertung in den übrigen Regionen eher stabil und auf einem fairen Niveau. Die durchschnittlich erwartete Aktiensensitivität des Marktes liegt mit rund 48 Prozent weiterhin im ausgewogenen Bereich und lässt somit einen signifikanten Grad an Konvexität erwarten. Globale Wandelanleihen tendierten in den letzten vier Wochen im Schnitt eher seitwärts. Wandelanleihen aus Asien – insbesondere Technologiewerte – lieferten die beste Performance.

Am Geldmarkt bleibt das Bild unverändert. Die Zinssätze sind weiterhin nahe Null verankert und machen die Haltung von Kasse aus Renditesicht weiter unattraktiv.

Unsere Positionierung

Positionierung 2. August 2017
Stand: 2. August 2017
  1. 1 Erläuterung: Zur Festlegung der Anlagestrategie wird zunächst das Marktumfeld genau analysiert. Das Ergebnis schlägt sich in einer Risikoeinschätzung nieder. Dazu formuliert das Union Investment Committee eine Risk-on- / Risk-off-Entscheidung in fünf Stufen (1, 2, 3, 4, 5). Diese ist wie folgt zu interpretieren: Eine „5“ steht für eine hohe Risikoneigung, eine „1“ für einen weitgehenden Rückzug aus Risikoanlagen.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen:
25. Juli 2017, soweit nicht anders angegeben.