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Neues von den Märkten

Erhalten Sie im Monatsbericht "Neues von den Märkten" einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen. Ergänzt wird der Monatsbericht durch aktuelle Kapitalmarktprognosen.

Marktmeinung

Union Investment mit moderat offensiver Risiko-Ausrichtung

Positionierung moderat offensiv,
RoRo-Meter auf 4

RoRo-Meter auf 4

Das Union Investment Committee (UIC) hat auf seiner regulären Sitzung am 29. und 30. Mai keine gravierende Änderung des Kapitalmarktbilds festgestellt. Die globale Konjunkturentwicklung ist weiterhin ausreichend positiv, um eine moderat offensive Risikopositionierung (RoRo-Meter 4) zu begründen. Das Gremium hat die Übergewichtung in Aktien unverändert beibehalten, auch sonst wurden keine Positionsanpassungen vorgenommen.

Beim Amtsantritt Donald Trumps vor rund vier Monaten prophezeiten viele Marktteilnehmer, dass einige der politischen Ambitionen des Politikneulings im Umsetzungsprozess verloren gehen oder in der Parteipolitik oder dem Apparat der Bürokratie stecken bleiben werden. Aus heutiger Sicht stellt sich die Situation sogar noch prekärer dar: Offenbar ist es Trump bislang nur ansatzweise gelungen, eine funktionierende Administration zusammenzustellen. Im US-Finanzministerium ist die zweite und dritte Führungsebene bislang nicht vorhanden – daher mangelt es auch an konkreten wirtschaftspolitischen Plänen. Für das laufende Jahr rechnen die Märkte derzeit kaum noch mit konjunkturellen Impulsen – zum Beispiel in Form der von Trump avisierten Unternehmenssteuerreform.

Da viele Analysten nach dem Wahlsieg Trumps ihre Wachstumsprognosen angehoben hatten und Risiko-Assets hiervon deutlich profitieren konnten, stellt sich die Frage, ob angesichts des stockenden politischen Besetzungsprozesses in den USA mit einer gegensätzlichen Entwicklung zu rechnen ist. An den US-Börsen hat diese Korrektur fast unbemerkt bereits stattgefunden. Bei fast allen Aktien, die nach der US-Wahl überproportional gestiegen waren, wurde der Trump-Effekt inzwischen wieder ausgepreist. Da aber gleichzeitig einige andere Aktien, vor allem aus dem Technologiesektor, deutlich gestiegen sind, notieren viele US-Indizes aktuell an historischen Höchstständen.

Marktumfeld: Wachstum in der Eurozone gewinnt an Stärke

Auch mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung ist derzeit ein gewisser Kompensationseffekt zu beobachten. Der Optimismus im Hinblick auf die US-Konjunktur hat sich etwas reduziert, positive Überraschungen sind seltener geworden. Gleichzeitig hat das Wachstum in der Eurozone weiter an Stärke gewonnen. Zudem sieht das UIC – vor allem vor dem Hintergrund des Ausgangs der französischen Präsidentschaftswahlen – weniger politische Risiken.

Die zum Jahresbeginn oft diskutierte „Reflationierung“ stand zuletzt zwar nicht mehr im Fokus der Kapitalmärkte. Allerdings ist das UIC der Auffassung, dass die Inflationsraten in den kommenden Monaten eher etwas höher ausfallen könnten, als von Marktbeobachtern erwartet. Denn auch im Euroraum dürfte die anziehende Wachstumsdynamik zu einer höheren Auslastung des Produktionspotenzials führen – vielleicht weniger in der Peripherie, aber vor allem in Ländern wie Deutschland.

Mit den Sitzungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Federal Reserve (Fed) stehen in den nächsten Wochen erneut wichtige geldpolitische Termine im Fokus der Märkte. Die Erwartungen des UIC haben sich allerdings kaum geändert: Bei der EZB-Sitzung rechnet das Gremium allenfalls mit einer Änderung der „Forward Guidance“. Konkretere Pläne hinsichtlich der Reduktion des Wertpapierankaufprogramms („Tapering“) dürfte die Notenbank nicht vor September veröffentlichen. Für die kommende Fed-Sitzung am 14. Juni hat der Markt eine erneute Zinserhöhung bereits vollständig eingepreist. Das UIC erwartet zudem einen weiteren Zinsschritt im September. Viel stärker beschäftigen sich die Märkte derzeit mit der Frage, wann die Fed damit beginnen wird, ihre Bilanz zu verkürzen. Das UIC geht in diesem Punkt von einer sehr behutsamen Straffungspolitik aus, um allzu heftige Kursreaktionen an den Anleihemärkten zu vermeiden.

Charts des Monats: Anziehende Gewinndynamik im europäischen Unternehmenssektor, Abbau der Rohöl-Lagerbestände schreitet voran

Gewinnwachstum europäischer Konzerne und Entwicklung der Rohöl-Lagerbestände im Zeitverlauf
Charts des Monats 30.05.2017

Asset-Klassen: Energierohstoffe attraktiv

An den Rentenmärkten rechnet das UIC – trotz der jüngsten Gegenreaktion – weiterhin mit steigenden Zinsen. Dennoch wurde die Renditeprognose für zehnjährige Bundesanleihen zum Jahresende 2017 leicht von 0,8 Prozent auf 0,7 Prozent reduziert. Bei zehnjährigen US-Treasuries wurde die Renditeprognose noch etwas deutlicher angepasst (Reduktion um 30 Basispunkte auf 2,5 Prozent zum Jahresende 2017). In dieser Adjustierung spiegelt sich die Einschätzung des UIC wider, dass die zum Jahresbeginn erwartete zusätzliche Stimulierung der US-Wirtschaft vorerst nicht eintreten wird. Da die Fed gleichzeitig die Zinsen am kurzen Ende anhebt, dürfte die Zinskurve in den USA insgesamt flacher werden.

Die Aktienmärkte blicken im bisherigen Jahresverlauf bereits auf eine sehr gute Wertentwicklung zurück. Nach vorne gerichtet sieht das UIC kaum Störfeuer. Zu den wenigen potenziellen Risikofaktoren zählen, dass viele Investoren derzeit überaus offensiv positioniert sind und dass die positive Konjunkturentwicklung etwas nachlassen könnte. Unter dem Strich überwiegen nach Meinung des Gremiums aber die unterstützenden Faktoren (synchrones globales Wirtschaftswachstum, positive Gewinnentwicklung der Unternehmen). Die Erholung an den Aktienmärkten der Schwellenländer geriet kürzlich ins Wanken, als Korruptionsvorwürfe gegen den brasilianischen Präsidenten Michel Temer bekannt wurden. Das UIC sieht die Erholung der brasilianischen Volkswirtschaft derzeit noch nicht nachhaltig gefährdet, solange sich Weltwirtschaft und Energierohstoffpreise stabil entwickeln. Die Gefahr von Ansteckungseffekten auf andere Schwellenländer erachtet das UIC als gering.

Der Ölpreis gab zuletzt überraschend um fünf Prozent nach, als die OPEC-Staaten bekanntgaben, die Förderdrosselung um neun Monate zu verlängern. Das UIC interpretiert diese Marktreaktion als vorübergehenden technischen „Sell-Off“. An der fundamentalen Einschätzung, dass sich der Ölmarkt in den nächsten Monaten im Defizit bewegen wird und sich der Abbau der Lagerbestände weiter fortsetzt, hat sich nichts geändert. Für das Jahresende rechnet das Gremium weiter mit einem Preisniveau von rund 60 US-Dollar je Barrel Rohöl der Sorte Brent.

Das anziehende Wachstum im Euroraum, der marktfreundliche Ausgang der französischen Präsidentschaftswahl und das Ausbleiben wirtschaftspolitischer Maßnahmen in den USA haben zum jüngsten Anstieg des Euro auf bis zu 1,12 EUR/USD beigetragen. Eine kurzfristige Gegenbewegung ist vor allem angesichts der erwarteten Zinserhöhung in den USA zwar nicht gänzlich auszuschließen. Allerdings sprechen nach der Überzeugung des UIC auch einige Gründe für eine Fortsetzung der aktuellen Euro-Stärke (abnehmender politischer Gegenwind, hohes Wachstumsmomentum, Kapitalflüsse nach Europa).

Globale Wandelanleihen bleiben aufgrund der Kombination aus fairer Bewertung und attraktivem Chance-Risiko-Verhältnis hinsichtlich der Aktienpartizipation aussichtsreich. In den vergangenen vier Wochen angestiegene Zuflüsse verdeutlichen das höhere Investoren-Interesse und sorgten dafür, dass die Bewertung im Primärmarkt stabil geblieben ist. Die insgesamt positive Entwicklung der letzten Wochen ist vor allem auf das freundlich Umfeld an den globalen Aktienmärkten zurückzuführen. Die durchschnittlich erwartete Aktiensensitivität des Marktes liegt weiterhin im ausgewogenen Bereich bei knapp über 50 Prozent.

Trotz leichtem Renditeanstieg bleiben die Perspektiven am Geldmarkt für Investoren unattraktiv.

Unsere Positionierung

Positionierung 30.Mai 2017
Stand: 30.Mai 2017
  1. 1 Erläuterung: Zur Festlegung der Anlagestrategie wird zunächst das Marktumfeld genau analysiert. Das Ergebnis schlägt sich in einer Risikoeinschätzung nieder. Dazu formuliert das Union Investment Committee eine Risk-on- / Risk-off-Entscheidung in fünf Stufen (1, 2, 3, 4, 5). Diese ist wie folgt zu interpretieren: Eine „5“ steht für eine hohe Risikoneigung, eine „1“ für einen weitgehenden Rückzug aus Risikoanlagen.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen:
30. Mai 2017, soweit nicht anders angegeben.