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Neues von den Märkten

Erhalten Sie im Monatsbericht "Neues von den Märkten" einen umfangreichen Rück- und Ausblick auf relevante Asset-Klassen. Ergänzt wird der Monatsbericht durch aktuelle Kapitalmarktprognosen.

Marktmeinung

Union Investment weiter mit neutraler Risiko-Ausrichtung

Positionierung neutral, RoRo-Meter weiter auf 3

RoRo-Meter auf 3

Aus fundamentaler Sicht entwickelt sich die Konjunktur weiterhin ausgesprochen gut. Insbesondere die entwickelten Volkswirtschaften, und hier vor allem die Eurozone, zeichnen sich trotz jüngster Dämpfungstendenzen durch ein vergleichsweise hohes Wachstumstempo aus. Dem stehen jedoch politische Unsicherheiten wie vor allem der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea, aber auch das kurdische Unabhängigkeitsreferendum im Irak gegenüber. Zudem birgt die Frage nach Tempo, Richtung und Erfolg der anstehenden Koalitionsverhandlungen in Deutschland potenziell eine gewisse Quelle künftiger Unwägbarkeiten. Angesichts dieser Mischung aus gutem Fundamentalbild und (geo-)politischer Unruhe hat das Union Investment Committee (UIC) auf seiner regulären Sitzung am 25. und 26. September seine neutrale Risikoausrichtung bestätigt (RoRo-Meter Stufe 3)1.

Marktumfeld: Robustes makroökonomisches Umfeld

Ein prägendes Merkmal des derzeitigen Kapitalmarktumfeldes ist nach Einschätzung des UIC das ausgesprochen gute Fundamentalbild. Zwar hat sich das Konjunkturmomentum zuletzt etwas verlangsamt. Allerdings zeichnet sich nach Meinung des Gremiums keine Trendumkehr, sondern allenfalls eine Verlangsamung auf hohem Niveau ab. Exemplarisch dafür steht etwa der ifo-Geschäftsklimaindex, der im September zum zweiten Mal in Folge leicht gefallen ist. Gleichwohl: Damit notiert der Index immer noch auf dem dritthöchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1991. Aber nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern auch die übrige Eurozone wächst. Sichtbar wird diese „neue Stärke“ auf dem alten Kontinent unter anderem an den Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe. Im September kletterte das Barometer auf 58,2 Punkte und lag damit mehr als deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Mit Blick auf die (geo-)politischen Rahmenbedingungen ist die Lagebeurteilung deutlich schwieriger. Der verbale Schlagabtausch zwischen Nordkorea und den USA wurde im September wiederholt von Raketenstarts und militärischen Manövern begleitet. Auch wenn die Marktbewegungen auf die verschiedenen Provokationen zuletzt nur noch gemäßigt ausfielen, so ist der Fortgang der Ereignisse auf der koreanischen Halbinsel nur schwer zu antizipieren. Darüber hinaus hat das kurdische Unabhängigkeitsreferendum die Frage nach der territorialen Integrität des Ölförderlandes Irak auf die Tagesordnung gehoben. Es ist bislang unklar, wie die Nachbarstaaten Türkei, Iran und Saudi-Arabien sich dazu positionieren werden.

Und schließlich hat die Wahl zum Deutschen Bundestag dazu geführt, dass im größten Land der Eurozone die Regierungsbildung komplizierter als gedacht ausfallen dürfte. Zwar geht das UIC nach aktuellem Stand davon aus, dass die derzeit wahrscheinlichste Variante einer „Jamaika“-Koalition gute Aussichten auf Umsetzung hat. Gleichwohl dürften die Verhandlungen zwischen den teilweise sehr unterschiedlichen Partnern stellenweise recht schwierig werden. Auch hier besteht aus Kapitalmarktsicht zumindest potenziell eine Quelle der Unsicherheit, die dem guten Fundamentalbild entgegen steht.

Schließlich haben die Bewegungen an den Kapitalmärkten selbst dazu geführt, dass sich die anlagepolitische Ausgangslage verändert hat. US-amerikanische Staatsanleihen haben beispielsweise seit Anfang September ihr Renditetief von knapp über der Zwei-Prozentmarke bei zehnjährigen Papieren hinter sich gelassen und stehen mittlerweile oberhalb von 2,2 Prozent. Außerdem haben bei Rohöl oder Aktien aus den Emerging Markets starke Kursanstiege stattgefunden. Im Ergebnis haben sich auch die Positionierungen der Investoren stellenweise deutlich verschoben.

Charts des Monats: Fed beginnt mit dem Abbau der Notenbankbilanz, ­­­­­­­­globale Gewinnrevisionen weiter positiv

Geplanter monatlicher Bilanzabbau der US-Notenbank und Entwicklung der globalen Gewinnrevisionen
Charts des Monats 26.09.2017
Quelle: Union Investment, Federal Reserve, Factset, Stand: 26. September 2017.

Asset-Klassen: Carry-Anlagen attraktiv

Der Renditeanstieg der vergangenen Wochen bei US-Treasuries und Bundesanleihen und die (geo-)politischen Risiken lassen darauf schließen, dass der langfristig weiterhin intakte Trend zu höheren Zinsen bei den Kernsegmenten in den kommenden Wochen etwas an Kraft verlieren dürfte. Damit ist das Umfeld nach wie vor sehr attraktiv für Anlagen mit Renditeaufschlag (sogenannte „Spread-Segmente“). In den Peripherieländern haben allerdings zuletzt bei überwiegend positiver wirtschaftlicher Entwicklung (vor allem in Ländern wie Portugal) die politischen Unwägbarkeiten wieder zugenommen. Dies gilt beispielsweise für Spanien, wo die wohlhabende Region Katalonien ein (verfassungsmäßig nicht vorgesehenes) Unabhängigkeitsreferendum anstrebt. Entsprechend sind die Aussichten bei Peripherieanleihen derzeit gemischt. Gleiches gilt für europäische Unternehmensanleihen hoher Qualität: High-Grade-Papiere sind zwar fundamental weiter gut unterstützt, dürften aber durch das anstehende EZB-Tapering etwas an Attraktivität verlieren. Besonders interessant sind daher aus Sicht des UIC weiterhin die Subsegmente mit dem höchsten „Carry“, namentlich High-Yield-Anleihen und Papiere aus den Schwellenländern.

Das fundamentale Umfeld spricht weiter für Aktien. In den vergangenen Wochen haben die Emerging Markets (EM) jedoch deutliche Zugewinne verzeichnet, sowohl absolut als auch im Vergleich zu den Developed Markets (DM). Hinzu kommen die Verschiebungen auf der Konjunkturseite. Während das Wachstum in den aufstrebenden Volkswirtschaften etwas abkühlt, bleibt das Momentum in einigen Industrieländern (vor allem in Europa) hoch. Diese Kombination aus partieller Nivellierung des Bewertungsunterschiedes, höherer Investorenpositionierung, Annährungen von Wachstumsgeschwindigkeiten und aufgelaufenen Gewinnen sprechen aus Sicht des UIC für eine Rücknahme der bisherigen Übergewichtung von EM-Aktien gegenüber ihrer DM-Pendants. Gleichzeitig bieten Aktien nach wie vor Chancen, insbesondere angesichts des Konjunkturumfeldes. Deutlich wird dieser Befund zum Beispiel an den positiven Gewinnrevisionen. Das UIC trägt dieser Einschätzung Rechnung durch eine deutliche Anhebung der Industrieländer-Aktienquote.

Die Ölpreise sind im September deutlich gestiegen, und zwar auf beiden Seiten des Atlantiks. Dafür waren verschiedene Gründe ausschlaggebend. So hat sich der Markt (wie von unseren Rohstoffexperten erwartet) fundamental in Richtung eines Angebotsdefizits entwickelt. Hinzu kommen die Wirkungen der Hurricane-Season in den USA, die zu einem (Teil-) Ausfall der amerikanischen Raffinerien rund um den Golf von Mexiko geführt haben. Dadurch kann US-Rohöl der Sorte WTI in geringerem Maße weiterverarbeitet werden, entsprechend geringer ist hier die Nachfrage. Ganz anders das Bild in Europa: Die europäischen Anbieter springen stellenweise für die weggebrochene US-Produktion ein. Im Ergebnis sind beide Notierungen stark gestiegen, wenngleich der WTI-Preis deutlich weniger stark zugelegt hat als die Nordsee-Sorte Brent. Das UIC ist der Auffassung, dass die Aufwärtsbewegung bei Öl bereits weit gelaufen ist und nimmt daher Gewinne auf die bisherige Position mit.

Globale Wandelanleihen bleiben aufgrund der Kombination aus fairer Bewertung und attraktivem Chance-Risiko-Verhältnis hinsichtlich der Aktienpartizipation aussichtsreich. Getrieben durch die Performance des Technologiesektors entwickelten sich Wandelanleihen in den vergangenen vier Wochen freundlich. Asiatische Convertibles wiesen die beste Entwicklung auf. Nach dem Labor Day und dem Ende der US-Sommerferienzeit hat sich die Neuemissionstätigkeit wieder deutlich belebt. Die neuen Papiere wurden am Markt mit großem Interesse aufgenommen. Aktuell liegt die erwartete Aktiensensitivität mit rund 48 Prozent weiterhin in dem von uns favorisierten ausgewogenen Bereich, der eine hohe Asymmetrie erwarten lässt.

Die Perspektiven am Geldmarkt sind für Investoren unattraktiv.

Unsere Positionierung

Positionierung 26. September 2017
Stand: 26. September 2017
  1. 1 Erläuterung: Zur Festlegung der Anlagestrategie wird zunächst das Marktumfeld genau analysiert. Das Ergebnis schlägt sich in einer Risikoeinschätzung nieder. Dazu formuliert das Union Investment Committee eine Risk-on- / Risk-off-Entscheidung in fünf Stufen (1, 2, 3, 4, 5). Diese ist wie folgt zu interpretieren: Eine „5“ steht für eine hohe Risikoneigung, eine „1“ für einen weitgehenden Rückzug aus Risikoanlagen.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen:
26. September 2017, soweit nicht anders angegeben.