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Systemschock für den Welthandel

Wie verändert Covid-19 die Globalisierung?

Ein Virus hat die Welt im Griff: SARS-Cov-2, kurz für „Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2“ und verantwortlich für die Lungenkrankheit Covid-19. Im Dezember 2019 erstmals offiziell im chinesischen Wuhan nachgewiesen, hat sich der Erreger rasend schnell auf der ganzen Welt verbreitet. Stand Mitte August 2020 haben sich über 20 Millionen Menschen infiziert, weltweit gab es bisher mehr als 730.000 Todesopfer.

Schwerwiegend waren auch die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Aktivität: Viele Länder versuchten mit Maßnahmen wie Ausgangssperren die weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Zwar sind mittlerweile in vielen Ländern die „Lockdowns“ von Wirtschaft und Gesellschaft unter Sicherheitsauflagen wieder beendet worden, doch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind immens: Für das Jahr 2020 erwarten die Volkswirte von Union Investment einen BIP-Rückgang von 7 Prozent in den USA und sogar von 8,5 Prozent im Euroraum. Verheerend sind auch die Prognosen für den globalen Güterverkehr: Die Welthandelsorganisation (WTO) geht von einem massiven Rückgang im Jahr 2020 von -13 im besten bis -32 Prozent im schlimmsten Fall aus. Produktionsausfälle im zuerst betroffenen China sorgten zunächst für den Bruch von Lieferketten; durch die Eindämmungsmaßnahmen in den Import-Ländern kam abrupt auch die Nachfrage zum Erliegen – beides bremste den Welthandel jäh aus.

Ob sich die globalen Warenströme schnell erholen können ist mehr als fraglich: Einerseits wird die globale Nachfrage nur sehr schleppend zurückkehren, andererseits stellt das Hochfahren von komplexen globalen Liefernetzwerken Unternehmen vor große Herausforderungen. Selbst bei zeitlich, regional und sektoral weitaus begrenzteren Schocks wie Erdbeben (zum Beispiel Taiwan oder Japan) oder Überflutungen (zum Beispiel Thailand) hat die Normalisierung in der Vergangenheit bis zu einem halben Jahr gedauert. Der aktuelle Schock ist in seiner Dauer, Tiefe und Breite einzigartig und dürfte in vielen Fällen zu einem nachhaltigen Bruch von Lieferbeziehungen geführt haben, zum Beispiel weil es zu stornierten Aufträgen, Zahlungsausfällen oder Pleiten von Zulieferern kam. Dadurch wird die Erholung zusätzlich erschwert.

Außerdem dürften auch in den kommenden Monaten immer wieder neue Wellen von Covid-19 durch Ansteckung und Rückansteckung für zeitliche Unterbrechungen der Produktion sorgen. Es ist wahrscheinlich, dass diese in den verschiedenen Regionen der Welt zeitversetzt auftreten werden, weshalb der globale Handel erneut von aufeinanderfolgenden Angebots- und Nachfrageschocks getroffen würde. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass Länder und Unternehmen durch die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown deutlich besser vorbereitet sind, zum Beispiel durch eine höhere Lagerhaltung. Insofern dürften die Auswirkungen geringer sein als in der ersten Phase. Dennoch: Es spricht wenig dafür, dass bald alles wieder beim Alten ist. Die Welt nach Covid-19 wird eine andere sein als zuvor, und das gilt auch für den globalisierten Welthandel. 

Deglobalisierung
Quelle: Miguel Navarro/Getty Images

Die Covid-19-Pandemie ist ein in Friedenszeiten beispielloser Schock für das internationale Handelssystem. Kann sich der weltweite Warenverkehr erholen, oder verändert die Krise die Globalisierung nachhaltig?

In unserer Studie beschäftigen wir uns konkret mit folgenden Fragestellungen:

  • Welche Trends haben in der vergangenen Dekade bereits auf den Welthandel gewirkt?

  • Welche Wirkungen hat die Covid-19-Krise auf das globale Handelssystem?

  • Verstärkt die Krise bereits vorhandene Entwicklungen oder stoppt sie den Trend?

  • Welche Regionen und Unternehmen könnten profitieren und welche nicht?  

Informieren Sie sich hierzu in unserer Studie