Update zur aktuellen Marktentwicklung – 
Die Einschätzung des Union Investment Committee

Nachdem die US-Börsen schon am vergangenen Freitag nach einem starken Arbeitsmarktbericht deutlich nachgegeben hatten, kam es am Montagabend zum Handelsende in den USA zu einem verstärkten Kursrutsch. Auch die Börsen in Asien gerieten in der Folge unter Druck. An den Rentenmärkten waren sichere Häfen wie US-Treasuries oder Bundesanleihen – nach dem Renditeanstieg der vorangegangenen Tage – gesucht.

Am Dienstagnachmittag lagen die europäischen Aktienmärkte zwischen zwei und drei Prozent im Minus, auch die US-Märkte gaben zur Handelseröffnung leicht nach. Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries und deutscher Staatspapiere schwankten im Tagesverlauf relativ stark, standen am Nachmittag aber oberhalb der Werte des frühen Handels – das heißt, die Flucht in sichere Häfen hat etwas nachgelassen. An den Rohstoffmärkten entwickelten sich die Öl- und Goldpreise vergleichsweise stabil, ähnliches war bei der Währungsrelation EUR/USD und bei Unternehmensanleihen zu beobachten.

Unter dem Strich ist die Marktreaktion fast ausschließlich auf Aktien begrenzt. Angesichts der Schärfe der Abwärtsbewegung kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Volatilität. Die Schwankungen gingen dabei überwiegend von derivativen Instrumenten aus. Auffällig ist auch, dass der Abverkauf über nahezu alle Investmentstile und Sektoren stattfand. Während der marktbreite S&P 500-Index den Handelstag mit einem Minus von 4,1 Prozent beschloss, gaben Financials als schlechtester Sektor 4,7 Prozent nach.

Die Breite der Abwärtsbewegung spricht dafür, dass die Korrektur keinen ökonomischen Hintergrund hat. Das Union Investment Committee (UIC) bestätigt deshalb seine Einschätzung von Dienstagvormittag, dass es sich um eine technische Korrektur handelt, die vor allem von den Umsätzen systematischer, nicht-fundamentaler Investoren getrieben wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden diese Marktakteure das Handelsgeschehen der kommenden Stunden bestimmen – und womöglich weiteren Verkaufsdruck erzeugen.

Wann diese Bewegung ein Ende findet und die Märkte wieder von fundamentalen Treibern dominiert werden, ist im Moment schwer zu prognostizieren. Das UIC nimmt jedoch an, dass über kurz oder lang eine Umkehr der markttreibenden Elemente eintreten wird. Die positiven fundamentalen Rahmenbedingungen haben nach wie vor Bestand. An den Kapitalmärkten ist kein systemischer Stress erkennbar – im Gegenteil: Hohe Handelsvolumina und eine ausreichende Liquidität im Aktienbereich sind ein Zeichen dafür, dass die Märkte die Korrekturen verkraften können. Das deutliche Anspringen der Volatilitätsindizes ist zwar auffällig, allerdings vertritt das UIC schon längere Zeit die Ansicht, dass sich das extrem niedrige Niveau der Volatilität des Jahres 2017 nicht auf Dauer fortsetzen kann.

Stabilisiert sich die Lage und lässt der Verkaufsdruck durch systematische Investoren nach, ist nicht auszuschließen, dass sich fundamentale Anleger wieder den Märkten zuwenden. Das UIC hält deshalb vorerst an seiner neutralen Risikopositionierung und der ausgewogenen Gewichtung von Aktienanlagen fest. Das Gremium wird die weitere Entwicklung besonders streng beobachten und – unter gegebenen Umständen auch kurzfristig – wieder etwas Risiko aufbauen. Noch ist es dafür aber zu früh.
 

Einschätzung des Union Investment Committee von Dienstagvormittag (6. Februar 2018, 10 Uhr)

Stand: 6. Februar 2018, 18 Uhr