Marc Hellingrath zu den ESG Kriterien

Nachhaltige Performance-Treiber

Nachhaltiges Investieren wird immer wichtiger: Fast zwei Drittel der in einer Studie von Union Investment befragten institutionellen Anleger aus Europa setzen bei der Portfoliozusammenstellung inzwischen auch auf Nachhaltigkeitsaspekte. Doch um als Asset Manager in diesem Bereich erfolgreich zu sein, ist es unabdingbar, die Analyse von ESG Kriterien (Environment Social Government) unmittelbar in den Investmentprozess zu integrieren.

Wo früher noch einfache Ausschlusskriterien über das Für und Wider eines Investments entschieden, ist der Prozess inzwischen deutlich komplexer und damit variabler. Denn mit einem umfangreichen ESG-Research können Chancen und Risiken, die direkt aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung erwachsen, als aktive Performance-Treiber oder eben -Hürden identifiziert werden.

Entscheidend ist dabei die Risikoanalyse. Erst wenn eine tiefgreifende Kenntnis der Eintrittswahrscheinlichkeiten, Auswirkungen und vor allem des Ausmaßes der erwarteten Marktreaktionen bestimmter Risiken besteht, kann entschieden werden, wie im Investmentkontext mit ihnen umgegangen werden soll: Vermeiden wir sie gänzlich oder zumindest teilweise, indem wir bestehende Positionen komplett oder anteilig veräußern? Versuchen wir – als aktiver Investor – die kritischen Aspekte direkt im Unternehmen zu adressieren, um eine Veränderung herbeizuführen? Oder ist die Marktprämie für das Risiko so attraktiv und das Ertragspotenzial des Unternehmens so erheblich, dass es sich lohnt, das Risiko als Chance ganz bewusst einzugehen?

Auswirkungen von Nachhaltigkeit auf Unternehmen und Kapitalmarkt

Auswirkungen von Nachhaltigkeit auf Unternehmen und Kapitalmarkt

Quelle: Union Investment

Nachhaltigkeitsaspekte sind elementarer Bestandteil des Risikomanagements, denn durch sie werden potenzielle Gefährdungen bei der Titelauswahl berücksichtigt, die ansonsten möglicherweise außen vor blieben: Unfälle, Naturkatastrophen, Bilanzskandale, kostspielige Gerichtsverfahren oder die Änderung regulatorischer Rahmenbedingungen – all diese Punkte entscheiden über die Bewertung eines Unternehmens und damit auch über den Erfolg eines Investments.

Um über diese Ereignis-, Reputations-, Klage- und Regulierungsrisiken permanent auf dem Laufenden zu sein, haben wir bei Union Investment das proprietäre Sustainable Investment Research Information System (SIRIS) entwickelt. Diese von einem interdisziplinären Team permanent aktualisierte Datenbank enthält Analysen zu über 30.000 Wertpapieren von rund 7.000 Emittenten. Auf Basis von Informationen unabhängiger Institutionen wie etwa der Weltbank, der UN, der WHO oder dem Carbon Disclosure Project untersuchen wir Emittenten auf ihre Nachhaltigkeit. Unsere Portfoliomanager sorgen dann mit ihrer Expertise – und in enger Abstimmung mit den jeweiligen Kunden – für die Umsetzung im Investmentprozess.

Dabei zeigt sich, dass der Fokus auf Nachhaltigkeit nicht mit dem Verzicht auf Performance einhergeht. Im Gegenteil: Häufig glänzen nachhaltige Unternehmen, etwa solche aus dem „Clean Tech“- Bereich, mit dynamischem Wachstum, attraktiven Margen und gleichzeitig hohen Markteintrittsbarrieren. Wir bei Union Investment setzen auf ein hoch qualifiziertes Team aus erfahrenen Portfoliomanagern, auf proprietäre Software-Systeme, einen umfassenden Research-Ansatz und einen integrierten Investmentprozess. Damit erschließen wir für unsere Kunden die enormen Potenziale von nachhaltigen Investments.